Throwback: Als Flipper, Billard und Fahrsimulatoren die Spielhallen prägten

People enjoying arcade games at night in Legnano, Italy's amusement park.
Foto: © Giona Mason via Pexels

In einem aktuellen Rückblick erinnert die MERKUR GROUP an die Spielhallen-Kultur der 1970er bis 1990er Jahre, als Flipperautomaten, Fahrsimulatoren und Billardtische das Bild der Filialen prägten. Der Beitrag zeichnet nach, wie sich das Angebot über die Jahrzehnte wandelte und wie einzelne Elemente dieser Ära heute wieder Einzug in manche Filialen halten.

Wie aus der Mitteilung von merkur.com hervorgeht, waren Spielhallen schon lange vor dem Siegeszug der Heimkonsolen ein zentraler Treffpunkt für Unterhaltung und Geselligkeit. Zwar existierten in den 70er Jahren bereits erste Videospielsysteme für den privaten Gebrauch, doch reichten diese technisch nicht an die Automaten in den Spielhallen heran. Wer den vollen Nervenkitzel wollte, musste vor Ort spielen.

Flipper als Herzstück der 70er Jahre

Besonders Flipperautomaten bildeten in dieser Zeit den Mittelpunkt vieler Spielhallen. Spielerinnen und Spieler feilten an ihrer Technik und maßen sich in Punkterekorden, während sich um besonders beliebte Geräte regelmäßig kleine Zuschauergruppen versammelten. Das charakteristische Klacken der Kugeln und das metallische Ping der Automaten galten als akustisches Markenzeichen dieser Ära.

Simulatoren und Geschicklichkeitsspiele in den 80ern

In den 1980er Jahren kamen Fahr- und Flugsimulatoren hinzu, die mit Lenkrädern, Pedalen und detaillierten Cockpits ein neues Maß an Immersion boten. Rennsimulationen und Flugmanöver sorgten für zusätzlichen Nervenkitzel und lockten Spieler an, die intensivere Erlebnisse suchten. Parallel dazu wurden Billardtische bewusst in ruhigeren, separaten Bereichen der Hallen platziert, um konzentriertes Spielen zu ermöglichen – ein bewusster Kontrast zum trubeligen Rest der Spielhalle.

Neben klassischen Geschicklichkeitsautomaten fanden sich in den Filialen auch großformatige, digitale Umsetzungen bekannter Brettspiele wie „Monopoly“ oder „Mensch ärgere Dich nicht“. Diese luden zu geselligen Runden ein, bei denen mehrere Personen gemeinsam an einem Tisch spielten. Für sportlich orientierte Gäste standen zudem Schießautomaten wie „Kimme & Korn“ sowie Dartgeräte bereit, die Treffsicherheit und Wettbewerbsgeist förderten.

Der Wandel hin zum Geldspielgerät

Bis in die 1990er Jahre hinein hielt sich dieses vielfältige Konzept, bevor sich der Markt spürbar veränderte. Mit dem Siegeszug der Unterhaltungselektronik für den Hausgebrauch ging die Nachfrage nach klassischen Spielhallen-Automaten zurück, viele der einst beliebten Geräte verschwanden nach und nach aus den Filialen. Gleichzeitig gewannen Geldspielgeräte zunehmend an Bedeutung. Standen in den 1970er Jahren auf wenigen Quadratmetern oft nur zwei bis drei solcher Geräte, änderte sich das Bild mit der Zeit deutlich.

1977 kommt unter dem Namen „Merkur B“ unser erstes selbst entwickeltes und produziertes Geldspielgerät auf den Markt.

Mit diesem 1977 eingeführten Automaten legte das Unternehmen den Grundstein für eine Entwicklung, die das Automatenspiel in den folgenden Jahrzehnten zunehmend in den Mittelpunkt der Spielhallen rückte. Wer sich generell für die historische Entwicklung von Glücksspiel und Automaten interessiert, findet ergänzend im Beitrag Von Würfeln aus Elfenbein bis zum Spielautomaten weiterführende Hintergründe.

Rückkehr des Retro-Flairs in einzelnen Filialen

Laut der Mitteilung erleben einige MERKUR-Spielhallen aktuell eine Rückbesinnung auf das klassische Konzept vergangener Jahrzehnte. Wer das nostalgische Flair der 70er bis 90er Jahre nachempfinden möchte, kann in ausgewählten Filialen wieder Billard oder E-Darts spielen. Billardtische sind demnach über einen Standortfinder anhand eines entsprechenden Symbols neben Name und Adresse der jeweiligen Filiale zu erkennen. E-Darts-Geräte stehen laut Quelle konkret in den Filialen in Köln, Schwetzingen und Zwickau zur Verfügung.

Auf einen Blick

  • Zeitraum: Spielhallen-Kultur der 1970er bis 1990er Jahre
  • Prägende Elemente: Flipperautomaten, Fahr-/Flugsimulatoren, Billardtische, digitale Brettspiele, Schieß- und Dartautomaten
  • Meilenstein: 1977 Markteinführung des ersten selbst produzierten Geldspielgeräts „Merkur B“
  • Heute: Billard und E-Darts wieder in ausgewählten Filialen verfügbar, u. a. in Köln, Schwetzingen und Zwickau

Der Rückblick verdeutlicht, wie stark sich das Freizeitangebot in Spielhallen im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat – von einer breiten Mischung aus Geschicklichkeits- und Gesellschaftsspielen hin zu einem stärkeren Fokus auf Geldspielgeräte, wie er die Branche bis heute prägt. Gleichzeitig zeigt die Wiedereinführung von Billard und E-Darts, dass klassische Elemente auch weiterhin einen Platz im Freizeitangebot einzelner Standorte finden können.