50 Jahre MERKUR Casino: Wie sich die Marke zwischen 1984 und 1993 wandelte

Close-up of a vintage arcade game control panel with colorful buttons and instructions.
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Im Rahmen der Jubiläumsreihe „50 Jahre MERKUR Casino“ blickt das Unternehmen auf die Jahre 1984 bis 1993 zurück – eine Phase, in der sich sowohl das Erscheinungsbild der Spielotheken als auch die internen Strukturen der Gauselmann-Gruppe deutlich veränderten. Laut einer Mitteilung von merkur.com prägten in diesem Jahrzehnt neue Geldspielgeräte, ein einheitliches Ausbildungskonzept für Filialleitungen sowie der Sprung ins europäische Ausland die Entwicklung der Marke.

Optisch setzte sich in den Filialen ein wiedererkennbares Konzept durch: Ringraster-Decken und Sisal-Dekorationen bestimmten das Interieur, während der MERKUR-SPIELOTHEK-Schriftzug vor blauem Hintergrund die Außenwerbung dominierte. Für die Fassadengestaltung entwickelte Firmengründer Paul Gauselmann zudem Posterrahmen mit austauschbarer Folie, die als Grundlage für verkaufsfördernde Aktionen in den Filialen dienten. Auch bei der Dienstkleidung gab es eine Premiere: Die erste verbindliche Uniform der Mitarbeitenden war in der Trendfarbe Lila gehalten.

Einheitliche Ausbildung und erste Dienstwagen

Ab 1987 erhielten neu eingestellte Filialleitungen und deren Vertretungen erstmals eine standardisierte Ausbildung. Der theoretische, administrative Teil fand überwiegend in einem Schulungszentrum in Trier statt, die praktische Ausbildung erfolgte in der MERKUR-SPIELOTHEK Kassel I. Ab 1992 verlagerte sich die Schulung der Filialleitungen in ein neues Zentrum am Alten Markt in Lübbecke.

Ein weiterer Einschnitt für die Belegschaft kam 1989: Auf Initiative von Michael Gauselmann erhielten Filialleitungen erstmals einen eigenen Dienstwagen. Die ersten 25 Ford Fiesta wurden auf einer Filialleiter-Tagung in Espelkamp übergeben, danach folgten pro Quartal weitere 25 Fahrzeugschlüssel, bis am Ende alle Filialleiter über einen eigenen Wagen verfügten. Parallel dazu hielt die Digitalisierung Einzug in den technischen Außendienst: Handhelds zur mobilen Datenerfassung lösten das bis dahin manuelle System zur Erfassung von Kundenreklamationen und Gerätestörungen ab. Ende der 1980er Jahre wurde außerdem der sogenannte Strategiekreis ins Leben gerufen – ein bis zu 20-köpfiges Gremium aus Technikern, Filialleitungen, Abteilungsleitern und Geschäftsführung, das Vorschläge zur strategischen Ausrichtung erarbeitete und unter anderem das Leitbild von CASINO MERKUR-SPIELOTHEK mitentwickelte.

Neue Geräte und technische Innovationen

Auch auf der Geräteseite tat sich in diesem Jahrzehnt einiges. 1984 kam mit dem „Saturn Venus Gold“ ein weiteres Gerät aus der Gauselmann-Entwicklung auf den Markt, wobei sich der Schwerpunkt der Aufstellung zunehmend auf Geldspielgeräte verlagerte. 1986 stellte Paul Gauselmann ein Gerät mit sogenannter Kartenwendetechnik vor, die Idee dazu soll ihm bei einer Wartezeit am Flughafen gekommen sein, als er die wirbelnden Blättchen einer Fluganzeigetafel beobachtete. Das erste Gerät dieser Art trug in Anlehnung an das Skatspiel den Namen „Grand Hand“. 1988 folgte mit dem „Multi Multi“ das erste Geldspielgerät mit einem Doppelsprung auf der Risikoleiter. Mitte der 1980er Jahre kamen zudem Punktspielgeräte auf, bei denen zusätzliche Gewinnpunkte eine Spielverlängerung ohne erneuten Münzeinwurf ermöglichten – bekannt wurde etwa „Merkur Full House“, das später als „Merkur Herz As“ fortgeführt wurde. Mit „Merkur Kreuz As“ brachte das Unternehmen zudem das erste Geldspielgerät mit Bildschirm heraus. 1993 präsentierte Merkur auf der Internationalen Fachmesse Unterhaltungs- und Warenautomaten (IMA) das Sportschützengerät „Kimme + Korn“, das in den Spielstätten gut ankam.

„Moderne Spielstätten, wie MERKUR-SPIELOTHEK, haben das Spielen an münzbetätigten Spielgeräten kultiviert. […] 13000 Spiele aus aller Welt, das macht die Spiele-Welt der MERKUR-SPIELOTHEK so einzigartig.“ – Paul Gauselmann

Der Sprung ins Ausland

Ein wichtiger Meilenstein dieses Jahrzehnts war die internationale Expansion: 1986 eröffnete die Merkur Group ihr erstes Entertainmentcenter außerhalb Deutschlands in Amsterdam. In den folgenden Jahren kamen weitere Standorte in europäischen Ländern hinzu, unter anderem in Rotterdam, auf Mallorca, in Madrid sowie in Prag. Auch im Ausland setzte man auf das aus Deutschland bekannte Konzept mit Sisalwandverkleidungen, orangefarbenen Deckenringen, geschultem Personal und der freundlich lächelnden MERKUR Sonne als Markenzeichen. Um die internationale Expansion später weiter voranzutreiben, wurde 2006 die MERKUR CASINO GmbH gegründet. Wer sich für die Ursprünge und weitere Entwicklungsschritte des Unternehmens interessiert, findet ergänzende Hintergründe etwa im Beitrag Fünf Fakten über MERKUR: Vom ersten Automaten bis zur globalen Unternehmensgruppe.