Historie: Der MERKUR Disc – das meistverkaufte Geldspielgerät aller Zeiten

A nostalgic view of a vintage arcade room with classic gaming machines in Taipei, Taiwan.
Foto: © Jimmy Liao via Pexels

Mit rubinroter Spielscheibe und goldenem Rahmen zählt der MERKUR Disc zu den einflussreichsten Geldspielgeräten der deutschen Automatengeschichte. Allein von der ersten Version wurden rund 40.000 Exemplare verkauft, was das Gerät laut einer Mitteilung von merkur.com zum meistverkauften Geldspielgerät aller Zeiten macht.

Vorgestellt wurde der MERKUR Disc im Jahr 1984 auf der Internationalen Fachausstellung Unterhaltungs- und Warenautomaten (IMA). Damit betrat der Hersteller adp Gauselmann, Vorläufer der heutigen Merkur-Gruppe, technisches Neuland: Anders als die bis dahin verbreiteten Walzengeräte setzte der Disc auf ein Scheibensystem, das dem Automaten seinen charakteristischen Namen gab und ihn optisch wie spielerisch von den vorherigen Modellen abhob.

Die „100er Disc“ als besonderer Meilenstein

Die allererste Ausführung des MERKUR Disc besaß eine Besonderheit, die spätere Varianten nicht mehr aufwiesen: eine Risikoleiter mit 100 Freispielen. Wegen dieser Eigenschaft trägt das Ursprungsmodell bis heute den liebevollen Beinamen „100er Disc“. Produziert wurde diese Variante laut Quelle von Dezember 1983 bis Juli 1985, in diesem Zeitraum entstanden die besagten 40.000 Exemplare.

Unglaubliche 40.000 Exemplare des ersten MERKUR Disc rollten von Dezember 1983 bis Juli 1985 vom Band des Produktionswerks.

Auf die erste Generation folgten mehrere weitere Modelle aus der Disc-Reihe, die die Erfolgsgeschichte fortsetzten, allerdings mit reduziertem Funktionsumfang. Der MERKUR Disc Olympia, der MERKUR Disc 2000 sowie der MERKUR Disco Disc boten jeweils nur noch 50 statt 100 Freispiele und erschienen zudem in unterschiedlichen Farbvarianten. Damit differenzierten sich die Nachfolgemodelle optisch voneinander, blieben dem Grundprinzip des Scheibengeräts aber treu.

Prägender Einfluss auf die 1980er-Jahre

Der MERKUR Disc und seine Nachfolgemodelle bestimmten laut Unternehmensangaben über weite Strecken der 1980er-Jahre das Bild des Geldspiels in Deutschland maßgeblich mit. Kaum eine andere Automatenreihe jener Zeit erreichte eine vergleichbare Verbreitung oder blieb so nachhaltig im kollektiven Gedächtnis von Spielhallenbetreibern und Gästen verankert. Die Kombination aus technischer Neuerung, auffälligem Design und hoher Stückzahl machte den Disc zu einem Symbol jener Ära der Automatenbranche.

Heute erinnert die Merkur-Gruppe an diesen Klassiker unter anderem mit einer eigenen Streetwear-Kollektion, in der ein MERKUR-Disc-Motiv als Shirt-Design aufgegriffen wird. Solche Retro-Bezüge zeigen, wie stark historische Geräte wie der Disc bis heute als Teil der Markenidentität wahrgenommen werden, obwohl der Automat selbst technisch längst durch modernere Geräte abgelöst wurde.

Die Geschichte des MERKUR Disc steht dabei exemplarisch für die Entwicklung der gesamten Branche: Von mechanischen Walzen- und Scheibengeräten der 1980er-Jahre bis zu den heutigen digitalen Slots, wie sie etwa in aktuellen Produktvorstellungen der Merkur-Gruppe zu finden sind, hat sich das Angebot an Geldspielgeräten kontinuierlich weiterentwickelt. Auch modernere Titel knüpfen mitunter thematisch an klassische Motive an, wie zuletzt bei „Gold Frenzy“: Merkur schickt Spieler als Goldgräber auf Schatzsuche zu sehen war. Die Merkur Group, hervorgegangen aus der 1957 gegründeten Gauselmann Gruppe, beschäftigt nach eigenen Angaben mittlerweile weltweit fast 15.000 Menschen und zählt zu den bekanntesten Namen der deutschen Automaten- und Spielbranche.

Unabhängig von der historischen Bedeutung solcher Geräte weist die Branche regelmäßig darauf hin, dass exzessives Spielen keine Lösung für persönliche Probleme darstellt und entsprechende Beratungsangebote in Anspruch genommen werden sollten.