Die Vuelta a España: Hintergründe zur härtesten Grand Tour
Die Vuelta a España bildet den Abschluss der drei großen Rundfahrten im Radsport und gilt zugleich als die anspruchsvollste von ihnen. 21 Etappen über drei Wochen mit zwei Ruhetagen entscheiden am Ende über den Träger des Roten Trikots.
Entstehung und historische Entwicklung
Wie viele andere Radrennen verdankt auch die Vuelta ihre Existenz einer Zeitung. 1935 rief die Madrider Informaciones die erste Spanien-Rundfahrt ins Leben, nach dem Vorbild von Tour de France und Giro d’Italia, die damals bereits etabliert waren. Der Terminwechsel 1995 stellte die entscheidende Weichenstellung dar. Zwischen Tour de France und Weltmeisterschaft platziert, erhielt die Vuelta endlich einen eigenen Platz im Kalender und damit deutlich stärkere Startfelder.
Charakteristische Streckenmerkmale
Anders als die Tour de France und der Giro d’Italia lebt die Spanien-Rundfahrt von kurzen, steilen Rampen statt langer Alpenpässe. Spanien liefert keine langgezogenen Alpenpässe, sondern kurze Rampen – sogenannte Muros mit über zehn Prozent Steigung. Das belohnt den explosiven Antritt und macht die Vuelta zur kletterlastigsten der drei Grand Tours. Dazu kommt die Hitze. Als einzige große Rundfahrt im Spätsommer trifft die Vuelta regelmäßig auf über 35 Grad, und wer damit schlecht zurechtkommt, verliert selten am Berg, sondern in der dritten Woche.
Die Vuelta a España ist die jüngste und zugleich härteste der drei Grand Tours: 21 Etappen, drei Wochen, entschieden an kurzen, steilen Rampen statt an langen Alpenpässen.
Regelwerk und Wertungen
Die Vuelta wird über 21 Etappen und drei Wochen ausgetragen. Gewertet wird nach Zeit: Wer am Ende die niedrigste Gesamtzeit aller Etappen hat, gewinnt das Rote Trikot und damit die Rundfahrt. Bonussekunden von zehn, sechs und vier Sekunden für die ersten drei im Ziel werden abgezogen, außer bei den Zeitfahren. Windschattenfahren ist erlaubt, im Einzelzeitfahren nicht. Bei der Vuelta a España gibt es vier Wertungstrikots. Rot trägt der Gesamtführende nach Zeit, Grün der Führende der Punktewertung. Das weiße Trikot mit blauen Punkten gehört dem besten Bergfahrer, das rein weiße dem besten Nachwuchsfahrer. Führt ein Fahrer mehrere Wertungen an, gilt die Rangfolge Rot vor Grün vor Gepunktet vor Weiß.
Typische Fahrertypen und Erfolgsfaktoren
Die Vuelta belohnt einen anderen Fahrertyp als die Tour de France. Wer hier gewinnen will, muss vor allem eines können: an kurzen, steilen Anstiegen immer wieder „explodieren“. Kletterer und Puncheure profitieren besonders. Die kurzen, steilen Anstiege verlangen explosive Antritte statt gleichmäßiger Wattzahlen. Zeitfahrspezialisten können am Berg selten mithalten, holen sich aber Sekunden, die im Kampf ums Podium zählen. Sprinter sind strukturell benachteiligt und reisen oft nach der zweiten Woche ab. Weil sie den Grand-Tour-Kalender abschließt, ist auch das Feld ein anderes: gescheiterte Tour-Fahrer auf Wiedergutmachungskurs oder junge Profis in ihrer ersten Kapitänsrolle. Und da Zeitfahrkilometer knapp sind, entscheiden am Berg Sekunden statt Minuten. Das Klassement bleibt oft bis zur Schlusswoche eng. Wichtig ist außerdem die Breite des Teams. Über drei Wochen Hitze entscheidet nicht nur der Kapitän, sondern auch, wie lange seine Helfer ihn schützen können.
Auf einen Blick
- Rekordsieger: Roberto Heras und Primož Roglič mit je vier Gesamtsiegen
- Etappen: 21 Etappen, drei Wochen, zwei Ruhetage
- Startjahr: 1935
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