Sportwetten in Österreich: Regulierungslücke beim Spielerschutz sorgt für Kritik

Bright casino slot machines with colorful displays and no people present.
Foto: Vanessa Valkhof via Pexels

In Österreich werden Sportwetten rechtlich anders behandelt als klassisches Glücksspiel an Automaten oder in Spielotheken. Der Grund liegt in der Einstufung: Wetten auf sportliche Ereignisse gelten hierzulande als Geschicklichkeitsspiel, nicht als Glücksspiel im klassischen Sinn. Diese Einordnung hat weitreichende Folgen für die Regulierung der Branche.

Während für Spielautomaten – etwa im Umfeld von Anbietern wie der Merkur-Gruppe – umfangreiche Auflagen zum Spielerschutz gelten, etwa Einsatzlimits, Sperrsysteme oder Aufklärungspflichten, greifen vergleichbare Schutzmechanismen bei Sportwetten kaum. Dabei zeigen Studien laut aktueller Berichterstattung, dass Sportwetten ein ähnlich hohes Suchtpotenzial besitzen wie Automatenspiele. Die Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Einschätzung und rechtlicher Praxis wird zunehmend als Regulierungslücke wahrgenommen.

Bemerkenswert an dieser Situation ist, dass ausgerechnet ein Segment des Wettmarkts, das sich in den vergangenen Jahren stark digitalisiert und durch Online-Angebote massiv ausgeweitet hat, von strengeren Kontrollmechanismen weitgehend ausgenommen bleibt. Für den etablierten Automatenbereich, in dem Anbieter wie Merkur seit Jahren mit gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen operieren, ergibt sich dadurch ein ungleiches Bild innerhalb der Glücksspielbranche: Ähnliche Suchtrisiken werden je nach Spielform unterschiedlich streng reguliert.

Ob und wann der Gesetzgeber in Österreich die Einstufung von Sportwetten überdenkt und den Spielerschutz in diesem Bereich an die Standards anderer Glücksspielformen angleicht, ist derzeit offen. Die aktuelle Debatte macht jedoch deutlich, dass die Frage nach einheitlichen Schutzstandards über alle Spielformen hinweg an Bedeutung gewinnt.

Quelle: https://www.isa-guide.de/category/isa-spielerschutz/