Glücksspielstörung: Welche Hilfsangebote es in Deutschland gibt
Glücksspiel kann für manche Menschen zu einem ernsthaften Problem werden. Wer den Verdacht hat, die Kontrolle über das eigene Spielverhalten zu verlieren, findet in Deutschland ein mehrstufiges Netz aus Beratungsstellen, Therapieangeboten und anonymen Online-Hilfen. Diese richten sich sowohl an Betroffene selbst als auch an deren Angehörige.
Wie aus einem aktuellen Beitrag von merkur.com hervorgeht, ist häufig die ambulante Suchtberatung die erste Anlaufstelle für Menschen mit Glücksspielproblemen. Träger wie die Caritas oder die Diakonie bieten dort persönliche Gespräche an, informieren über mögliche Behandlungswege und vermitteln bei Bedarf weiter an spezialisierte Einrichtungen. Ergänzend kommen je nach Schwere der Problematik auch Psychotherapie, stationäre Fachkliniken oder Selbsthilfegruppen infrage. Die Kosten für eine Behandlung können dabei von Krankenkassen, Kommunen oder der Rentenversicherung übernommen werden.
Pathologisches Spielverhalten als anerkannte Krankheit
Krankhaftes, also pathologisches Spielverhalten ist in den international anerkannten Klassifikationssystemen ICD-11 und DSM-5 als eigenständige, behandlungsbedürftige Störung gelistet. Kennzeichnend dafür ist laut der Quelle ein dauerhaft fortgeführtes, unkontrolliertes Spielverhalten, das trotz negativer sozialer Folgen nicht beendet wird. Zu den typischen Merkmalen zählen ein anhaltender Kontrollverlust, erfolglose Versuche, das eigene Spielen einzuschränken oder ganz aufzugeben, sowie Entzugserscheinungen. Davon abzugrenzen ist das sogenannte problematische Spielverhalten: Hierbei handelt es sich um ein auffälliges, aber noch nicht krankheitswertiges Verhalten.
Anonyme Beratung über das BIÖG
Neben den klassischen Beratungsstellen vor Ort existieren bundesweite, niedrigschwellige Angebote. Über das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) stehen unter anderem eine Online-Beratung, eine E-Mail-Beratung sowie ein Beratungstelefon zur Verfügung. Diese Angebote sind kostenfrei und können anonym genutzt werden – sowohl von Betroffenen als auch von Angehörigen. Wer strukturierter an seinem Spielverhalten arbeiten möchte, kann zudem auf Online-Programme wie „Check Out“ oder „Neustart-Spielerhilfe“ zurückgreifen. Für die Suche nach Hilfsangeboten in der eigenen Region verweist die Quelle zusätzlich auf eine PLZ-basierte Suchfunktion, über die passende Anlaufstellen in der Nähe gefunden werden können.
Auf einen Blick
- Erste Anlaufstelle: ambulante Suchtberatungsstellen, z. B. Caritas oder Diakonie
- Weitere Optionen: Psychotherapie, stationäre Fachkliniken, Selbsthilfegruppen
- Kostenübernahme: möglich durch Krankenkassen, Kommunen oder Rentenversicherung
- Klassifikation: pathologisches Spielverhalten in ICD-11 und DSM-5 als Krankheit anerkannt
- Bundesweite Hilfe: BIÖG mit Online-, E-Mail- und Telefonberatung, kostenfrei und anonym
- Online-Programme: „Check Out“, „Neustart-Spielerhilfe“
Auffällig an dem Beitrag ist die klare, unmissverständliche Botschaft zum Umgang mit persönlichen Krisen:
Übermäßiges Spiel ist keine Lösung bei persönlichen Problemen!
Solche Hinweise zur Suchtprävention finden sich mittlerweile branchenweit, unabhängig davon, ob es um Automatenspiel in Spielhallen, um Angebote in Spielbanken wie etwa der MERKUR SPIELBANK Hohensyburg oder um Online-Glücksspiel geht. Aufklärung über Risiken und der leichte Zugang zu anonymer Beratung gelten als wichtige Bausteine, um problematisches Spielverhalten frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern, bevor daraus eine manifeste Glücksspielstörung wird. Wichtig bleibt dabei der Hinweis, dass Betroffene wie Angehörige gleichermaßen adressiert werden – denn Glücksspielprobleme wirken sich häufig auch auf das familiäre und soziale Umfeld aus.