Geschichte der MERKUR Sonne: Wie ein Kinderreim zum Markenzeichen wurde
Die lachende MERKUR Sonne gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Erkennungszeichen der Unternehmensgruppe rund um die Marke MERKUR. Ihre Wurzeln reichen bis in die Mitte der 1970er-Jahre zurück, als das erste Geldspielgerät aus dem Hause Gauselmann auf den Markt kam. Laut einer Mitteilung von merkur.com steckt hinter dem Namen und dem Symbol eine Geschichte, die eng mit einem befreundeten Künstler und einem altbekannten Kinderreim verknüpft ist.
Auf der Suche nach einem passenden Namen für das neue Gerät stieß der ostwestfälische Künstler Werner Gantefähr, der bereits seit Jahren als Geschäftspartner und Freund von Unternehmensgründer Paul Gauselmann galt, auf die Tatsache, dass man sich zu jener Zeit im „Jahr des Merkur“ befand. Daraus entstand die Idee für den Markennamen. Passend dazu entwickelte Gantefähr auch das Symbol der lachenden Sonne, das zunächst noch als MERKUR Stern bezeichnet wurde.
Inspiration aus der Kinderstube
Die Entstehung des Logos geht dabei direkt auf einen bekannten Kinderreim zurück, mit dem Generationen von Kindern das Zeichnen eines Gesichts gelernt haben. Gantefähr erklärte die Entscheidung für die Bildsprache einst mit folgenden Worten:
„Einen Schornsteinfeger oder ein Schweinchen hielten wir für nicht geeignet. So fiel die Wahl auf einen Stern. Jedes Kind kannte den Reim: Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht. Kreis herum und Zacken dran, damit es richtig strahlen kann.“
Gantefähr und Paul Gauselmann kannten sich bereits seit Anfang der 1960er-Jahre und blieben bis zum Tod des Künstlers im Jahr 2013 eng verbunden. Nach ihrem ersten Auftritt 1976 wurde die MERKUR Sonne fortan auf sämtlichen Produkten der Unternehmensgruppe platziert.
Vom Geheimtipp zum Branchenzeichen
Besondere Aufmerksamkeit erlangte das Symbol mit der Gründung der damaligen Merkur Spielotheken, aus denen später die heutigen MERKUR SPIELHALLE-Standorte hervorgingen. Ab Mitte der 1970er-Jahre war die MERKUR Sonne in zahlreichen deutschen Städten präsent und stand für einen gewissen Qualitätsanspruch in einer damals noch jungen Spielhallenbranche – eine Entwicklung, die sich bis heute etwa an großen Standorten wie der MERKUR SPIELBANK Hohensyburg ablesen lässt, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feierte.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Logo mehrfach angepasst, modernisiert und in unterschiedlichen Farbvarianten verwendet. Nach der Ursprungsversion von 1976 prägte bis 2015 eine Ausführung mit markanten gelben Zacken und weißem Gesicht nahezu alle Produkte, Marketingmaterialien und die Außendarstellung der Unternehmensgruppe. Seit 2020 ist schließlich die aktuelle Version der MERKUR Sonne im Einsatz, wie man sie heute kennt.
Interessanterweise taucht die ältere Logoversion mit dem weißen Gesicht auch heute noch gelegentlich als bewusste Ausnahme auf, etwa auf einem weißen Oversized-T-Shirt der Modelinie MERKUR STREETWEAR. Damit bleibt ein Stück Markengeschichte auch abseits der offiziellen Unternehmenskommunikation sichtbar.
Die Entwicklung der MERKUR Sonne zeigt exemplarisch, wie sich ein einfaches, aus einem Kinderreim abgeleitetes Symbol über fast fünf Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil der deutschen Automaten- und Spielhallenlandschaft entwickeln konnte, ohne dabei seinen ursprünglichen, wiedererkennbaren Kern zu verlieren.